7. Juli 2011

mein/unser insektenhotel

*einige einrichtungskriterien haben sich als völlig falsch erwiesen - bitte den nachtrag  2015 am ende des postes lesen*

als ich letztens über meine rose 'nostalgie' schrieb, war dabei auch das insektenhotel in unserem garten zu sehen. anette vom neuen gartentraum schrieb dazu, dass es ihr gefiele.


vielleicht geht es ja anderen auch so, deshalb will ich hier das insektenhotel etwas näher beschreiben.

wir haben das insektenhotel letztes jahr gebaut.
es hat eine höhe von 150 cm und ist 60 cm breit, wobei das dach etwas übersteht.

wir hatten alte dicke bretter geschenkt bekommen, die wir für das gerüst verwendet haben.

2 seitenteile, oben abgeschrägt; 4 innenböden, die mein mann eingedübelt hat (schrauben hätten auch gereicht) und ein brett für das dach. als clou habe ich noch ein weiteres brett schräg zwischen 2 einlegeböden geklemmt. zum einen habe ich dadurch eine bessere möglichkeit die "einrichtung" zu platzieren, zum anderen sind sind noch weitere "schlupflöcher" dort gebohrt.
hinten hat das insektenhotel eine rückwand, damit es auch schön geschützt ist


die bohrlöcher, die wir verwendet haben sind 8 mm und 4 mm im durchmesser. als ich dieses jahr eine erweiterung wollte, hat mein mann 10 mm gebohrt. diese löcher werden so gut, wie gar nicht angenommen.

die 8 mm löcher sind am beliebtesten und viele bienen haben dort ihre brut gelegt.


die kleineren löcher werden glaub ich aber auch genutzt - ich sehe oft gegen abend insekten dort reingehen. vielleicht nutzen sie sie als nachtquartier.

die einrichtung 

die einrichtung unseres insektenhotels besteht aus verschiedenen materialien für verschiedene insekten.



oben (im penthouse) haben wir platz zum überwintern von florfliegen und schmetterlingen.
ein 0,5 cm dickes stück sperrholz ist die vorderfront
der schlitz für die schmetterlinge - rechts senkrecht - ist 0,5 cm breit und hat sich als zu schmal erwiesen. den müssen wir verbreitern. die florfliegen haben um ihre schlitze ein rotes rechteck bekommen. das ist so üblich, das brauchen sie wohl, um ihre plätze zu erkennen. angemalt habe ich es mit normaler abtönfarbe (ich hatte erst probegemalt und dann das holz nass gemacht, um zu sehen, ob es tatsächlich hält.. tut es.. jetzt schon genau 1 jahr.

hinter der abdeckung sieht es so aus:


die florfliegen haben ein nest aus holzwolle und die schmetterlinge brauchen eigentlich nichts - ich hab aber noch ast reingestellt.

das stockwerk darunter (s. bild oben und unten) ist mit alten aststücken und abgelagerterten brennholzscheiten ausgefüllt. alle holzstücke haben löcher  3 - 5 cm tief mit einem durchmesser von 6 und 8 mm.
zur stabilisierung stecken noch ein paar tannenzapfen und pflanzenröhren dazwischen.


die etage darunter füllen ziegelsteine mit löchern, holzwolle, stroh, bambusstückchen und abschnitte von trockenen zierlauchstengeln


die mittelstarken bambusabschnitte sind auch gerne genommen worden.

ziegelsteine indess, ich hatte es auch gelesen, haben zu dicke löcher. die sorte rechts auf dem bild, hat relativ kleine löcher. aber auch dort ist kein insekt reingegangen. ich werde die linke seite diesen herbst wieder entfernen.


hinter den ziegelsteinen links ist nur holzwolle für hoffentlich ohrwürmer und rechts heu.


allerdings habe ich die rechten steine hinten geschlossen, in der hoffnung, dass doch dort drin eine brutröhre angelegt wird. diese seite werde ich noch 1 jahr weiter beobachten.


die beiden unteren etagen enthalten baumscheiben mit löchern, 10 mm durchmesser. davon ist nur 1 loch belegt. die löcher sind also zu gross oder die baumscheiben zu dünn, so dass die röhre nicht lang genug ist. wird auch geändert.

und ganz unten, steine für amphibien und spinnen. das gibt es bei uns im garten zu hauf, aber zum hotel passt es auch gut.


das ist also unser insektenhotel - aufgestellt werden soll und ist es an einem sonnigen platz. seitlich geben kletterrose noch windschutz.
es macht viel spass, sich dort das treiben anzusehen, auch wenn es jetzt, im gegensatz zum frühjahr etwas ruhiger ist. aber irgendwas ist immer dort los.

*nachtrag in mai 2015*

lange habe ich ja nichts mehr in meinen blog geschrieben, aber ich weiß, dass gerade dieser artikel oft aufgerufen wird.

ich möchte hiermit (endlich) einige baumaßnahmen in meinem insektenhotel reviedieren - was auch die praxis spätestens im 2. jahr als völlig ungeeignet gezeigt hat. - da war einiges falsch!

niemals nistmöglichkeiten für ohrwürmer und bienen an der gleichen stelle .. und ansonsten und überhaupt kann ich nur diesen einfach nur tollen link posten, den sich jeder durchlesen sollte, der ein solches projekt im garten, in der schule, in der vereinsgruppe oder sonstwo plant.

ungeeignete nisthilfen

von diesem link kommt man auch an alle relevanten fakten für das sinnvolle bestücken einer wildbienen-nisthilfe.

vielleicht schaffe ich es ja mal wieder meinen blog zu aktualisieren und poste bilder von meinem neuen "hotel" und auch von dem "hotel" als nabu-projekt, welches ich hier in hude mitbetreue.

Kommentare:

  1. Mir hat es auch gut gefallen, bis auf die Ohrwürmer. *schüttel*
    Muss ich eigentlich wieder mal die Tagetes fotografieren für unser Experiment?
    Liebe Knuddelgrüße und bis die Tage - Claudia

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  2. Sieht gut aus! Die Lochziegel bleiben meistens unbesiedelt, weil die Löcher zu groß sind, sie eignen sich aber hervorragend als Halterung für Bambusstäbe!
    VG
    Elke

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  3. Hallo! vielen lieben dank für dein nettes kommentar! ich hab mich sehr gefreut. ja, da kann man nicht gut essen.lol!! lg kilchen, die auch immer nur bei "Kiefert" ne Bratwurst mit Senf zu sich nimmt!!

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